19.09.2019      Krankenhaus, Qualitätsmanagement      Fachartikel      Louise Knorre-Witt

Über die Möglichkeiten und Vorteile virtueller Lernlösungen

E-Learning, Fortbildungsmanagement, Tutorials – wenn es um die Organisation der Weiterbildung Ihres Personals geht, gibt es viele Wege. Wir haben mit Daniela Lorenz gesprochen. Sie ist verantwortlich für die Konzeption und die Umsetzung der NEXUS Videotutorials – ihre Stimme haben Sie vielleicht schon einmal gehört. Außerdem ist sie bei uns für den Bereich E-Learning zuständig.

Frau Lorenz, schön, dass Sie sich die Zeit nehmen. Videotutorials, E-Learning – was versteht man eigentlich darunter?

 

Ein Tutorial ist im Grunde nichts anderes als eine Anleitung, die einen bestimmten Arbeitsprozess erklärt. Es müssen nicht immer zwingend Videos sein – aber sie bieten den entscheidenden Vorteil, dass hier zwei Sinne angesprochen werden: das Sehen und das Hören. Die Prozesse, die etwa ein Arzt oder eine Pflegekraft in unseren Softwarelösungen durchlaufen, können anschaulich dargestellt werden. Ziel eines Tutorials ist immer, den Nutzern die Möglichkeit zu geben, sich selbständig Wissen über die verschiedenen Funktionen ihres Arbeitsmittels aneignen zu können. Ein Tutorial sollte sich immer auf einen bestimmten, abgegrenzten Prozess beziehen – sonst wird es zu lang. Ein bis sechs Minuten sind die optimale Dauer, die es braucht, um eine Funktion zu zeigen. Das kann man auch mal schnell dazwischenschieben und die Auffassungsgabe wird nicht überfordert.

 

Und E-Learning?

 

Die Bezeichnung E-Learning bezieht sich eigentlich nur auf den Lernprozess an sich, der in diesem Fall von Kommunikations- und Informationstechnologien unterstützt wird. Wir sprechen lieber von E-Learning-Kursen, also umfassenden Weiterbildungsangeboten, die aus mehreren Lerneinheiten bestehen können und auf elektronischem Weg vermittelt werden. Auch hier ist die Multimedialität ein wichtiger Punkt: Animierte Grafiken, Audio- und Videoelemente machen das Lernen zu einem Erlebnis. Es ist aber nicht nur für die Lernenden spannend und komfortabel – auch diejenigen, die das Angebot erstellen, können die Inhalte einfach, schnell und zentral anpassen und direkt an Mitarbeiter, Kunden oder Partner verteilen.

 

Das klingt, als wäre ein Videotutorial die kleinere Einheit – stimmt das?

 

Ja, Videotutorials können Bestandteil eines E-Learning-Kurses sein. Sie beziehen sich, wie schon gesagt, auf eine bestimmte Funktionalität und können alleinstehend auch als eine Art „Nachschlagewerk“ zur Verfügung gestellt werden. E-Learning-Kurse sollen Wissen vermitteln und vor allem vertiefen. Deshalb gibt es neben einem Theorieteil und multimedialen Ergänzungen auch meist eine Möglichkeit, das Erlernte abzufragen, zum Beispiel in Form eines Quiz.

 

Was sind denn die Vorteile virtueller Lernlösungen?

 

Viele Vorteile liegen auf der Hand: E-Learning-Kurse können zeitlich flexibel und ortsunabhängig angeboten werden – die Nutzer lernen wann sie möchten, wie lange sie möchten und wo sie möchten. Außerdem können sich die Lernenden in ihrem eigenen Tempo bewegen – so wird keiner abgehängt und es langweilt sich auch niemand. Wenn der ein oder andere eine Wiederholung mehr benötigt, können er oder sie das Video einfach noch einmal anschauen. Intuitive Benutzbarkeit ist dabei natürlich ein wichtiges Thema, das wir in der Gestaltung unserer Angebote von Anfang an fokussieren. Es bringt ja nichts, wenn man vor der Nutzung der virtuellen Lerneinheiten erst eine Schulung benötigt, bevor man loslegen kann.

 

Für welche Bereiche eignen sich E-Learning-Angebote besonders gut?

 

Wir befassen uns – das liegt in der Natur der Sache – viel mit Schulungen im Umgang mit unseren Softwarelösungen. Dabei konnten wir feststellen, dass diese wirklich gut mit elektronischen Angeboten ergänzt und zum Teil auch ersetzt werden können. In diesem Bereich lassen sich digitale Schulungen für alle Nutzer umsetzen – von den Administratoren über Anwender im klinischen Bereich hin zu Verwaltungsangestellten. Hier zeigt sich ein weiterer Vorteil: Wenn neue Mitarbeiter hinzukommen, können diese über E-Learning-Kurse „aus der Dose“ schnell und einfach an die neue Arbeitsumgebung herangeführt werden. Gut umsetzbar sind auch verpflichtende Schulungen, zum Beispiel im Bereich Datenschutz, Arbeitsschutz oder Hygiene.

 

Und wie sieht es mit Nachweisen aus?

 

In Kombination mit einem Learning Management System (LMS) können die Testergebnisse der User festgehalten werden. Je nach LMS ist es auch möglich, Zertifikate für die Anwender auszustellen. Das Zertifikat bietet sich allerdings nur bei größeren E-Learning-Themen mit mehreren Lerneinheiten an. Gleichzeitig kann überprüft werden, ob und an wie vielen Kursen der Mitarbeiter teilgenommen hat. Passieren später Fehler, kann nachvollzogen werden, ob derjenige den E-Learning-Kurs dazu absolviert hat – wobei das natürlich kein wünschenswertes Szenario ist.

 

Haben Sie noch weitere Tipps?

 

Wer ein LMS einführt, möchte natürlich, dass es von den Mitarbeitern regelmäßig und rege genutzt wird. Das kann man unterstützen, indem man zum Beispiel ein Punktesystem einführt. Ab einer bestimmten erreichten Punktzahl erwartet den Nutzer ein kleines Geschenk, das kann ein zusätzlicher Urlaubstag sein oder ein Frühstück in der Kantine auf Firmenkosten. Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Das weckt Ehrgeiz und Spieltrieb gleichermaßen.

 

Sie konzipieren und erstellen im Rahmen von NEXUS / TUTORING die Videos – was ist darunter zu verstehen und was ist dabei zu beachten?

 

Unsere Videotutorials zeigen den Anwendern im Krankenhaus, wie man unsere Software bedient, und zwar den Best-Practice-Way. Dabei unterscheiden wir zwischen den NG-Basics, die wir unseren Kunden kostenfrei zur Verfügung stellen. Zusätzlich produzieren wir, das ist dann kostenpflichtig, für unsere Kunden spezifische Tutorials, die ganz individuell auf deren Anforderungen zugeschnitten sind. Dabei ist zu beachten, dass ein Video zwar nur maximal sechs Minuten lang ist, die Erstellung aber nicht in fünf Minuten erledigt ist. Es erfordert ein gutes Konzept, Planung und vor allem ein deutlich formuliertes Ziel: Was soll eigentlich mit dem Video erreicht werden? Und – last but not least: Datenschutz. Echtnamen sind in Tutorials natürlich Tabu und wenn Personen gefilmt werden, sollte die Rechteübertragung im Vorfeld geklärt werden.

 

Frau Lorenz, vielen Dank!

 

Sie haben Fragen zu unseren Tutorials und E-Learnings? Schreiben Sie uns: marketing@nexus-ag.de

Weitere Informationen

NEXUS AG Flyer E-Learning

Über den Autor

Louise Knorre-Witt macht Marketingkommunikation für die NEXUS Deutschland. Ihre Themen sind das NEXUS / KISNG, die QM-Software NEXUS / CURATOR und alles, was mit der Organisation der DMEA zusammenhängt.

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